

GROWING FROM GRASS ROOTS – DER TENDOUCKER BASSAMAYE WALD!
Die Idee
Ausgehend von den vielen Herausforderungen, welche den Tendoucker Kleinbäuer*innen bis heute den Alltag erschweren und inspiriert von einigen neuen progressiven Agrarprojekten, die derzeit im Senegal entstehen, entwickelten das Kombionat banana boX e. V. gemeinsam mit Aktivist*innen aus Tendouck im Jahr 2022 die Idee, ein neues regeneratives Landwirtschaftsprojekt zu etablieren.
Die »ökologische Landwirtschaft«, nix Neues im alten Dorf
Die in der Basse Casamamce praktizierte Subsistenzwirtschaft, und somit (auch) jene in Tendouck, ist überwiegend ökologisch und nachhaltig, allerdings ohne Siegel und Zertifikate. Doch wir wollten etwas mehr und bau(t)en in unserem Bassamaye Wald auf regenerative landwirtschaftliche Konzepte! Im Unterschied zum konventionellen Anbau achtet die regenerative Landwirtschaft auf natürliche Kreisläufe und revitalisiert sie immer wieder. Sie verweigert den Einsatz schwerer Landmaschinen, synthetischer Düngemittel, Herbizide und Pestizide. Alternativ wird Humus produziert, um den Boden zu stärken und mit ihm Pflanzen zu düngen. Dieses Ökosystem ist gesund, lebendig, vielfältig und wesentlich belastbarer als die konventionellen Monokulturen der sogenannten modernen Landwirtschaft. In Tendouck entstand so, inspiriert durch diese Ansätze, der konkrete Plan etwas außerhalb des Ortes einen Waldgarten zu etablieren.
Ein Hektar ökologische Anarchie – der (okzidentale)
Ansatz: Permakultur/Waldgarten, ein Einblick
Der neu angelegte Waldgarten ist konzeptionell das Spiegelbild des robusten und komplex verknüpften Ökosystems (Feuchtsavannen)Wald. Dieser ursprüngliche Wald, welcher ohne menschliches Eingreifen über Jahrzehnte wuchs, ist exorbitant produktiv dank seiner hohen Biodiversität selbstregulierend und lebendig. Die Vielzahl an verschiedenen Arten und Spezies stellt sicher, dass Schädlinge und Krankheiten nicht überhandnehmen. Jedes einzelne System (Bäume, Sträucher, Kräuter, Tiere, Bakterien, Pilze etc.) ist auf diffizile Art und Weise miteinander verbunden. Jedes scheinbar individuelle Element durchdringt so mehrere Funktionen auf einmal. Im naturbelassenen Wald gibt es keinen Abfall, der Output des einen Elements ist der Input eines anderen und die einzelnen Nährstoffe werden in Stoffkreisläufen ständig recycelt.
Die (okzidentalen) Konzepte Permakultur/Waldgarten im sich dekolonisierenden Tendouck
Da wir als gleichberechtigtes »Süd-Nord-Kollektiv« dekoloniale Maßnahmen zur Grundlage unserer Entscheidungen machen, woll(t)en wir bei der praktischen Realisierung des Projektes etwas abseits der in westlicher Fachliteratur zum Thema Permakultur aufgezeigten Wege zur bestmöglichen Realisierung vorangehen. Das heißt allerdings nicht, dass wir komplexe ökologische und biologische Wahrheiten anzweifeln, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse auch in den überlieferten Agrartraditionen und der (animistischen) Kultur einer bis heute kolonialisierten Gesellschaft gemeinsam versuchen! Dazu gehören beispielsweise Tendoucks »mystische Theorien und Wälder«. Ein wirklich zukunftsfähige und mit dem Dorf auch kulturell verbundene Agrar-(Wald)Bewirtschaftung ist »spiritueller« Natur. Unser Bassamaye Wald sollte auch in »religiösen Praktiken« verwurzelt sein, denn ganz im Gegensatz zu einer ausschließlich okzidentalen wissenschaftlichen Fachkenntnis begleiten eine Afrikanische Genealogie und Spiritualität viele Tendoucker*innen durch den Alltag und bilden so auch eine authentische Grundlage für dekolonisierende Landwirtschaft heraus. Wir haben Hoffnung, dass am Ende eine vielfältige und lokal authentische »Afrikanisierte Permakultur« ihren erfolgreichen Weg in die Tendoucker Zukunft finden wird und wir gemeinsam einige Fallstricke der Wissenschaften aus den »Kolonialbibliotheken« umgehen werden.
Agrarwiderstand – FĂĽr eine afrikanische (Land)Wirtschaft von unten versus »Bad Governance«
Die ökonomische Herausforderung
Fernab des »Fair Trade- Universums« und anderer neokolonialer Strukturen ist die Landwirtschaft in Tendouck und in weiten Teilen des »Globalen Südens« zu einem täglichen Überlebenskampf geworden, der einerseits die Solidarität des »Globalen Nordens« und andererseits permanent sehr viel individuellen Erfindungsreichtum der Kleinbäuer*innen einfordert.
Das ökologische Desaster
Der menschengemachte Klimawandel, primär verursacht durch die industrialisierten Experimente der Länder des »Globalen Nordens«, ist mit seinen dramatischen Veränderungen auch im nicht industrialisierten Tendouck angekommen und wird ungebremst mehr und mehr zu einer existenziellen Bedrohung der Dorfbevölkerung werden. Das bestehende Ökosystem wirkt auf den ersten Blick recht intakt, offenbart aber beim zweiten Blick die Notwendigkeit zur schnellen Handlung. Die derzeitigen Folgen der klimatischen Veränderungen sind in der nördlichen Sahelzone des Senegals noch dramatischer ausgeprägt als im Süden des Landes. Bei genauer Betrachtung des ökologischen Gleichgewichts in der Basse Casamance lässt sich allerdings auch hier die schnell aufziehende Katastrophe, verursacht durch die globale Erderwärmung sehr deutlich erkennen. Extremwetterphänomene wie häufiger Starkregen, eine Verschiebung der Regen- und Trockenzeiten, der Anstieg des Meeresspiegels sowie die spürbare Erhöhung der Jahresdurchschnittstemperaturen ist deutlich erkennbar. Darüber hinaus ist der menschengemachte Verlust an ökologischer Diversität auch in der Casamance ein weiteres Desaster, welches die Katastrophe Klimawandel begünstigend begleitet. Hierzu zählen beispielsweise die fortlaufende maßlose illegale Abholzung der Wälder, der damit verbunden Artenschwund, das Insektensterben durch mit Pestiziden verunreinigte Böden einer umweltschädlichen Landwirtschaft. Auch ist die anhaltende radikale Überfischung einer der einst reichsten Fischgründe der Welt im Atlantik vor Westafrika, primär verursacht durch ausländische Unternehmen, die Zerstörung eines weiteren wichtigen Ökosystem und darüber hinaus die Vernichtung der Lebensgrundlage der lokalen Fischer*innen. In dieser komplexen Realität gibt es viele wichtige Argumente für einen aktiven Naturschutz durch die Unterstützung einer aufbauenden Landwirtschaft in Tendouck und der Basse Casmance!
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