Traktor

Ein Traktor für Thionck- Essyls Association Niaganane Yololal!

Im März 2026 haben sich Hunderte Frauen aus der Gemeinde Thionck- Essyl in der Association Niaganane Yololal zusammengeschlossen, um in Gemeinschaft ihre bestehenden Aktivitäten bei der lokalen Wertschöpfung zu bündeln und gemeinsam Verantwortung zur Stärkung der Wirtschaft zu übernehmen. Alle mitwirkenden Frauen bringen mit ihren großartigen Kompetenzen bei Anbau, Ernte, Produktion, Verarbeitung und Veredlung hochwertiger Lebensmittel genau die notwendige Expertise in das Projekt hinein, um den natürlichen Reichtum in der Region noch verantwortungsbewusster nutzbar und reichhaltiger genießbar zu machen. Viele der Frauen in der Association Niaganane Yolal absolvierten bereits Aus- und Weiterbildungen in den Bereichen Bäcker*innenhandwerk, Lebensmittelverarbeitung und Lebensmittelhygiene. Einige Expert*innen bieten Ausbildungsprogramme in Thionck- Essyl und anderen Gemeinden der Region an, viele von Ihnen bewirtschaften schon sehr erfolgreich eigene und auch gemeinschaftliche Gemüsegärten.

 

Eine ökonomische Erzählung des ländlichen Senegal

Die Kolonisierung der senegalesischen Landwirtschaft ist bis heute durch zwei wesentliche Konsequenzen (auch) in Thionck- Essyl spürbar und wirkt einer sinnvollen Transformation entgegen: 1.) Der Senegal wurde im Laufe der Kolonisierung zum Rohstofflieferanten für die kolonialistischen Staaten im heutigen »Globalen Norden« und entfernte sich so von seinem eigentlichen Agrarpotenzial. 2.) Im nationalen Rahmen der postkolonialen Republik entwickelte sich nach der Unabhängigkeit ein in das monetäre System eingegliederter »ausbaufähiger Agrarsektor«, auf Kosten der wichtigen bäuerlichen Subsistenzwirtschaft. Thionck- Essyl ist noch immer primär eine »Subsistenzgemeinde« und aufgrund dieser Wirklichkeit ökonomisch in der Armutsfalle gefangen. Uns eint die Überzeugung, sich unbedingt aus dieser ökonomischen Sackgasse zu befreien! Die anhaltende Epoche der Neokolonisierung des Senegals verstärkt auch weiterhin die Armut in Thionck- Essyl. Die bestehende Subsistenzwirtschaft wird unsererseits natürlich nicht verneint, sondern durchaus begrüßt.

Sie generiert einerseits ein rudimentäres Einkommen und ermöglicht andererseits eine Grundversorgung mit gesunden und lokalen Lebensmitteln. Allerdings steht die ökonomische und ökologische Wirklichkeit der senegalesischen Subsistenzwirtschaft jeder vernünftigen Annäherung an eine wirkliche Ernährungssouveränität noch immer nahezu machtlos gegenüber.

Der Senegal muss weiterhin mehr als die Hälfte seiner konsumierten Lebensmittel importieren. Beim Grundnahrungsmittel  Reis liegt der Anteil bei fast 80 %! Diese strukturelle Importabhängigkeit zeigt die Unversöhnlichkeit gegenüber jeder »eurozentrischen Romantisierung« der aktuellen Subsistenzwirtschaft des Landes auf.

Aktuelle, lokale politische Bewegungen und Programme machen Hoffnung und auch die anhaltende Steigerung der lokalen Lebensmittelproduktion zeigt, dass unser Engagement für die Assoziation, ganz im Sinne der Souveränität der »Postkolonie« Senegal und seiner Menschen ist. Der gleichzeitige Anstieg der Importe bezeugt den Bedarf, das bestehende Niveau der Subsistenzwirtschaft unbedingt zu überschreiten. Das Erreichen einer Ernährungssouveränität muss sich an den ökonomischen, globalen Wirklichkeiten auszurichten.

Um diesen angemessen zu begegnen, wollen wir die Association Niaganane Yololal bei der schrittweisen Mechanisierung des lokalen Agrarsektors unterstützen. Das ist der Weg hin zu einer materiellen und politischen Autonomie der Landwirtschaftsprojekte vor Ort. Dies beinhaltet für uns auch die Entwicklung einer dezentralisierten, kooperativ organisierten Agrar- und Verarbeitungsindustrie, die dem landwirtschaftlichen Potenzial der Gemeinde Thionck- Essyl gerecht wird.

Dies alles wird in einem passenden, sozial- ökologisch verantwortlichen Bewusstsein entstehen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du die Association Niaganane Yololal mit einer Spende unterstützt:

Bankverbindung

das Kombionat banana boX e.V.
DE 51 2585 0110 0230 4408 85
BIC: NOLADE21UEL
Sparkasse Uelzen Lüchow- Dannenberg

Verwendungszweck: »Traktor« plus dein Name und Adresse

Spenden sind steuerlich absetzbar. Ab einem Jahresspendenbeitrag von mindestens 20 Euro erhältst du eine Jahresspendenquittung im Februar des nächsten Jahres. Dafür benötigen wir allerdings deine vollständige Adresse.
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Danke für dein Interesse und deine Hilfe!