Das AfroBio-Syndikat

Für »die Verdammten dieser Erde«!

Die Vielfalt der sozialen und politischen Wirklichkeiten aller Staaten, die »unser Weltsystem« ausmachen, ist in einer ständigen Bewegung.

Die verschiedenen politischen Interessenblöcke verfestigen (zurzeit) mehrheitlich die Herrschaft des Neoliberalismus über den Planeten und verbünden seine Opfer in ganz unterschiedlichen, mehr oder weniger dynamischen Widerstandsbewegungen.

Wo genau fängt Widerstand an?

Die Kleinbäuer*innen (West)Afrikas sind einerseits Teil des globalisierten Arbeitsmarktes, werden aber andererseits durch die wirtschaftlich starken Staaten über kontrollierte Migration und ihre Grenzregime als Menschen von der Globalisierung de facto wieder ausgeschlossen. Ihre Waren und Dienstleistungen dürfen wiederum an der Globalisierung teilhaben und über die für die Mehrheit der Menschheit »verbarrikadierten« Grenzen reisen.

Dieser »Schizophrenie« lässt sich sehr wahrscheinlich weder durch »Fair Trade- Netzwerke« abschwächen, noch wird sie ohne weitreichende Transformationen in den eingemauerten, mit Kapital gut gefüllten »Wohlstandssystemen« verschwinden.

Auch wir vom Kombionat banana boX sehen diese Wirklichkeiten und erkennen trotz dieser Umstände in der kleinbäuerlichen Wirtschaftsweise im gesamten Trikont, eine nicht zu unterschätzende Widerstandsbewegung, die den Zerstörungskräften des globalen »Weltsystems« massiv entgegenwirkt.

Diese landwirtschaftliche Wirklichkeit hat daher unsere Solidarität, und nicht aus einer romantischen Verklärung der vielerorts etablierten kleinbäuerlichen Wirtschaftsweise heraus, sondern weil wir an die logische Überwindung der derzeit noch bestehenden Marktlogik glauben. Die landwirtschaftlichen Strukturen der Kleinbäuer*innen werden möglicherweise schon bald wieder die Grundlage einer befreiten und fairen Ernährungssouveränität auch in Westafrika sein.

Darüber hinaus widersetzen sich Kleinbäuer*innen der industrialisierten Landwirtschaft und sind an der notwendigen Verteidigung der noch unbelasteten Böden, samt der Umwelt- und Naturressourcen auf unserer aufgeheizten Erde beteiligt!

Diesen aktiven Widerstand werden wir stärken!

Die Agrar-Rebellion in Bildern

Das AfroBio-Syndikat- die (erste) Deklaration

1. Unsere »visionäre Syndizierung« ist ein Projekt des »Surplus-Proletariats« und hat sowohl eine subversive als auch eine künstlerische Dimension. Das AfroBio-Syndikat soll als kreativer Gegenentwurf den vielen »Unfair Trade-Netzwerken« dieser Welt entgegenwirken.

2. Wir werden primär die ökonomischen und ökologischen Interessen der derzeit mitwirkenden Afrikaner*innen vertreten.

3. Eine ideologische Grundlage des AfroBio-Syndikats ist eine angestrebte (pan)afrikanische Ernährungssouveränität. Wir werden versuchen uns stetig dieser (dekolonisierenden) Befreiung anzunähern, sie wird grundsätzlich alle unsere Entscheidungen kreativ beeinflussen.

4. Der kleinbäuerliche (afrikanische) ökologische Landbau ist für uns eine passende (libertäre) Antwort auf die fortschreitende Zerstörung der afrikanischen Natur und Umwelt. Ökologische Landwirtschaft kann die (west)afrikanischen Böden befreit und fruchtbar halten und bereits devastierte Gebiete wieder lebendig werden lassen.

5. Das AfroBio-Syndikat widersetzt sich dem Vorrang einer westlichen (landwirtschaftlichen) Expertise in Afrika, sondern vertraut auf die lokale Fachkenntnis. Wir bezweifeln den Sinn eines Paradigmenwechsels vorzugsweise nach okzidentaler Ordnung in Afrika (und anderswo außerhalb des Okzidents).

6. Das AfroBio-Syndikat ist eine weitere lebendig gewordene westliche Definition von Armut. Das armutsbedingte Nichtvorhandensein chemischer Zusatzstoffe oder importierter Saatgüter, die Abwesenheit technischer Hilfsmittel, all dies kennzeichnet u. a. diese ökologische landwirtschaftliche Wirtschaftsweise. Das AfroBio-Syndikat stagniert in einer absolut minimalen Subsistenzwirtschaft und ist das absolute Gegenteil zur vernichtenden »Imperialen Lebensweise«.

7. Wir verachten die systematisch entstandene globale Armut und werden permanent an die täglich an Hunger sterbenden Menschen erinnern. Keine aufrichtige humane Macht der Erde kann diese Situation rechtfertigen oder (politisch) verteidigen.

8. Das AfroBio-Syndikat ist daher eine (fast) bedingungslos solidarische Idee.

9. Unsere erkrankte Erde, inmitten einer Klima- und Ernährungskrise, benötigt eine noch stärkere Solidarität zwischen den unterschiedlichen Menschen und kann nicht mehr auf die ohnehin meist kontraproduktiven Entscheidungen von Politiker*innen warten.

10. Das AfroBio-Syndikat möchte als autonome Alternative zu den international agierenden kapitalistischen Unternehmer*innen, die mitwirkenden lokalen Kleinbäuer*innen in (West)Afrika mit (vordergründig) Kapitalgütern unterstützen um so die vorhandene nachhaltige ökologische Landwirtschaft als festes »Widerstandsbollwerk« gegen die globale Katastrophe zu bewahren.

Eine klare Definition, in Form eines schriftlichen Manifests über die verbindlichen Richtlinien einer gemeinsamen »AfroBio-Vereinbarung« als Arbeitsgrundlage dieser solidarischen (pan)afrikanischen Idee, wird von uns entwickelt.

Unser Syndikat hat Mitglieder in der BRD, im Senegal und Sierra Leone.

Bist auch du dabei?